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Zusammenhänge zwischen Krebs und Thrombose verstehen

Thrombose und Krebs – wie hängt beides zusammen?

Was viele nicht wissen: Thrombosen gehen häufig mit einer Tumorerkrankung einher. Ein Grund dafür: Krebserkrankungen können zu einer Veränderung in der Blutzusammensetzung führen. Man schätzt, dass insgesamt etwa 20% der Thrombosen mit Krebs im Zusammenhang stehen. 1 Auch die Krebstherapie selbst kann die Neigung zur Blutgerinnsel-Bildung erhöhen. Das allgemeine Risiko von Tumorpatienten, an einer Thrombose zu erkranken, ist daher um das Vier- bis Sechsfache erhöht. 2

Der Zusammenhang zwischen Tumorerkrankung und gestörter Gerinnung des Blutes ist nicht zufällig: Tumore sondern Substanzen ab, die die Blutgerinnung anregen und auf diese Weise das Thromboserisiko erhöhen können. Auch die Art der Krebserkrankung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Häufigkeit von Thrombosen. Bestimmte Krebsarten sind mit einem höheren Thrombose-Risiko verbunden als andere. Die Gründe dafür sind teilweise noch unklar.

Blutgerinnsel treten jedoch nicht nur als Folge einer Krebserkrankung oder deren Behandlung auf, sie können umgekehrt auch das Tumorwachstum ungünstig beeinflussen.

Schaubild mit Krebstypen, die mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden sind.

Wie beeinflussen Krebsbehandlungen die Entstehung von Thrombosen?

Aktive Krebstherapie

Krebstherapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormon- und Immuntherapie oder antiangiogene Therapien, erhöhen nachweislich das Risiko einer venösen Thrombose.
Die zugrunde liegenden Mechanismen wurden bisher nur unzureichend verstanden, aber es wird vermutet, dass viele dieser therapeutischen Wirkstoffe Gefäßschäden verursachen können, wodurch die gesunde Funktion der Gefäße beeinträchtig wird. Bei manchen Chemotherapien kommt es bei der Bekämpfung von Krebszellen auch zur Freisetzung von Substanzen, die die Blutgerinnung fördern und so das Thrombose-Risiko erhöhen.

Operative Eingriffe

Thrombose ist auch eine häufig auftretende Komplikation bei krebsbedingten Operationen. Die Häufigkeit einer venösen Thrombose bei Patienten, die sich einer Krebsoperation unterziehen, ist etwa doppelt so hoch wie bei Patienten ohne Krebserkrankung, die ähnliche Operationen haben. 

Zentraler Venenkatheter (ZVK)

Zentrale Venenkatheter (ZVK), die üblicherweise bei der Chemotherapie eingesetzt werden, werden oft auch mit einer venösen Thrombose in Verbindung gebracht. Die Häufigkeit variiert je nach Katheter-Typ, Position, Verweildauer, Schwere der Erkrankung und Verwendung des jeweiligen chemotherapeutischen Mittels.

Krankenhausaufenthalte

Krankenhausaufenthalte sind häufig mit längerer eingeschränkter Beweglichkeit (durch Bettruhe oder Genesungsphasen) verbunden. Dies ist ein großer Risikofaktor für krebsbedingte Thrombosen. Im stationären Rahmen ist die Zahl von venösen thromboembolischen Erkrankungen bei Krebspatienten doppelt so hoch wie bei Nicht-Krebspatienten.
Es gibt vielfältige Wechselwirkungen zwischen Krebserkrankungen und dem Gerinnungssystem. Wenn bei Ihnen bereits eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde und Sie zum Beispiel eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten haben oder operiert wurden, zögern Sie nicht, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf Ihr persönliches Thrombose-Risiko anzusprechen!
Sie oder er kennt Ihre Krankengeschichte und Ihre Krebs-Therapie und wird dementsprechend Ihr individuelles Thromboserisiko bestimmen und möglicherweise eine vorbeugende Therapie einleiten.

1 Timp et al., Blood 2013; 122: 1712-1723.
2 Heit et al., Arch Intern Med 2000; 160(6): 809-815.

Blutgerinnsel, Krebs und Sie

Möchten Sie mehr über das Thema Krebs und Thrombose erfahren, dann schauen Sie sich dieses Video an.

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